Wie alles begann - Jugendweihe-Verein-Schwerin e.V.

Jugendweihe-Schwerin e.V.
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Wie alles begann

Die Geburtsstunde der Jugendweihe schlug in Nordhausen.

Im Jahr 1852 organisierte Eduard Baltzer als Alternative zur Konfirmation oder Firmung für junge Leute, die sich keiner Religion verpflichtet fühlten, eine Feier, in deren Verlauf sie in die Reihen der Erwachsenen aufgenommen wurden. Diese Idee machte Schule und schon bald fanden überall in Deutschland Jugendfeiern oder Jugendweihen statt. In Hamburg, Berlin und im Ruhrgebiet wurden viele Mädchen und Jungen - vornehmlich aus der Arbeiterschaft - in solchen Feiern symbolisch in die Gemeinschaft aufgenommen. Organisiert wurden diese Veranstaltungen von freireligiösen Gemeinden, Freidenkern oder liberal eingestellten Bürgern. Unterstützung gab es zumeist von den Sozialdemokraten. Nach dem offiziellen Schritt im Kreise von Gleichgesinnten gab es zu Hause dann eine zünftige Familienfeier.

In der Zeit des Nationalsozialismus gab es nur vereinzelt illegale Feiern zur Jugendweihe und auch nach 1945 hielt sich das Interesse an der Jugendweihe in Grenzen. Nach der Teilung Deutschlands erlebte die Jugendweihe unterschiedliche Entwicklungen. Während es in der Bundesrepublik nach wie vor Freidenker und Humanisten waren, die in größeren Städten Feiern zur Jugendweihe anboten, kam es in der DDR erst Anfang der fünfziger Jahre zu einer Wiederbelebung dieser Feierform. In Städten und Gemeinden wurden Jugendweiheausschüsse gebildet, die Schüler der achten Klassen nahmen an Jugendstunden teil, um sich auf die Feiern vorzubereiten.
Zunehmend mischten sich Staat und Partei ein, den Jugendlichen wurde ein Gelöbnis auf die DDR und den Sozialismus abverlangt. Wenngleich auch die Teilnahme an der Jugendweihe freiwillig war, so galt als Außenseiter, wer sich nicht für sie entschied. In etlichen Fällen hing von der Teilnahme an der Jugendweihe sogar die spätere berufliche Entwicklung ab. Das alles änderte sich 1989/90. Frauen und Männer, die die Tradition der Jugendweihe am Leben erhalten wollten, gründeten im Dezember 1990 den Interessenverein humanistische Jugendarbeit und Jugendweihe Mecklenburg-Vorpommern e.V. Vereinsziel war und ist es, jungen Leuten und ihren Familien, die es wollen, Feiern zur Jugendweihe zu ermöglichen.

Mit der freiwilligen Teilnahme an Feiern zur Jugendweihe wird öffentlich und symbolisch im Kreis der Familie Abschied von der Kindheit genommen und der Eintritt in den neuen Lebensabschnitt würdig begangen. Berufs- und Laienkünstler des Landes gestalten dazu zwischen April und Juni festliche Programme. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sprechen zu den Jugendlichen und ihren Gästen, ein Geschenkbuch macht mit der Heimat Mecklenburg-Vorpommern bekannt.
Mitglieder und Mitarbeiter des Vereins, ehrenamtliche Helfer und Freunde der Jugendweihe sind gemeinsam darauf bedacht, diesen Tag zu einem unvergessenen Erlebnis werden zu lassen. Damit entspricht der Interessenverein den Bedürfnissen vieler Eltern, das Fest der Jugendweihe als Fest der Familie zu erhalten.

Als öffentlich anerkannter Träger der freien Jugendhilfe bietet der gemeinnützige Verein zudem Veranstaltungen der offenen Jugendarbeit an. Diese können alle Mädchen und Jungen nutzen, egal, ob sie sich für eine Feier zur Jugendweihe entscheiden oder nicht.

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